15 Jahre Jubiläum

15 Jahre Office Group

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15 Jahre Office Group: Warum ein Schreiner den Immobilienmarkt revolutioniert

„Ich habe schon immer gern mit Holz gearbeitet“. Die Augen von Markus Menzinger leuchten, als er von seinen beruflichen Anfängen als Schreinerlehrling berichtet. „Es ist immer wieder Wahnsinn, wie aus fünf Brettern Eiche ein Schrank wird. Durch deine Hände, deinen Willen und durch deine Muskelkraft. Du schaust das fertige Stück an und bist erschöpft und glücklich zugleich.“

Allerdings musste der junge Markus erst einmal gründlich wachgerüttelt werden. Die Schreinerlehre hatte der Vater, von Beruf Architekt, für ihn bei einem befreundeten Schreinermeister organisiert. Ein bequemes Tauschgeschäft: Ausbildung für den Architektensohn – im Gegenzug Neuaufträge für den Schreinermeister.

„Du kannst nichts, Du bist nichts und Du wirst nie was werden“

Halbherzig beginnt der junge Markus seine Lehre, kocht auf Sparflamme uns hebt seine Energie für die Freizeit auf. Es dauert eine Weile, bis dem Lehrmeister der Kragen platzt und er ihn anschreit: „Markus, du kannst nichts, du bist nichts und du wirst nie etwas werden!“ Und dann ergänzt er: „Aber dein Vater ist Architekt und deswegen behalt ich dich.“

Das war der Kick, den der junge Mann gebraucht hatte. Er nimmt sich die Worte seines Meisters zu Herzen und weiß instinktiv, dass er sein Leben ändern muss. Vom süßen Müßiggang wechselt er auf Knopfdruck ins andere Extrem und beschließt, es seinem Meister und der ganzen Welt zu beweisen. Er arbeitet sieben Tage die Woche, ist der erste in der kommt und der letzte der geht.

Während seiner Lehre merkt Markus, dass er einen Draht zu Menschen hat, gut verhandeln und überzeugen kann. Allerdings spürt er auch, dass er in einer Sackgasse angelangt ist und es für ihn keine beruflichen Perspektiven gibt. Trotz harter Arbeit fließen Ruhm, Erfolg und Geld nicht bis zu ihm durch, sondern bleiben beim Meister hängen.

Auf dem Weg zu Ruhm und Erfolg

„Außendienst-Mitarbeiter gesucht“ liest Markus in der Annonce des Stuhlherstellers Casala. Er beschließt, sich dort zu bewerben und bekommt die Stelle. Allerdings wird diese Position nur ein kurzes Intermezzo, da Casala wenige Monate später Insolvenz anmelden muss. Der junge Markus Menzinger kommt stattdessen bei der Firma Donaubauer in München unter, die Elite-Möbel für den Gewerbebereich anbietet. „Das war mein großes Glück“ sagt Menzinger heute.

Am ersten Tag sitzt er ohne Schimmer vor einem PC und soll Aufträge eingeben. Statt zu klagen kauft er sich sofort einen Rechner und übt zu Hause. Er besitzt autodidaktisches Talent und ist zum Glück in der Lage, sich neues Wissen selbstständig anzueignen.

Das merkt auch sein Chef, der Eigentümer der Firma Donaubauer. Er wird zu seinem Mentor und überträgt dem Junior-Kollegen großzügig neue Aufgaben und gewährt ihm Freiheiten. Selbst vom Erfolg verwöhnt, lässt er Menzinger an Ruhm und Erfolg teilhaben und schenkt ihm sein Vertrauen. Nach dem Motto: „Der Markus fährt dahin und macht das schon.“ Menzinger arbeitet wie ein Unternehmer im Unternehmen, darf Entscheidungen treffen und auch mal Fehler machen.

Obwohl es gut läuft, erkennt Menzinger den Trend, dass nicht der Verkauf sondern die Beratung die Zukunft ist. Die Probleme der Kunden wiederholten sich: Da sollen 100 Schreibtische sollten geliefert werden, doch die Technik ist noch nicht fertig. Der Teppich fehlt. Die Wände sind noch nicht gestrichen. Probleme über Probleme, die einer Lösung bedürfen.

Menzinger schlägt seinem Chef vor, die Firma „Donaubauer Consulting“ zu gründen, die sich fortan mit Planungen und Inneneinrichtungen beschäftigt. Mit etwas Glück holt er den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte ans Land. Der Kunde: Siemens Financial Services GmbH. Das Volumen: 5 Millionen DM.

Schlüsselmoment für die Gründung der Office Group

Er erinnert sich: „In dem entscheidenden Meeting saßen 30 Mitarbeiter“ Der Entscheider fragt ihn „Herr Menzinger, warum sollten wir ausgerechnet Sie nehmen?“ Bedrückende Stille. Menzinger spürt, wie sich 30 Augenpaare auf ihn richten. Doch statt sich selbst anzupreisen antwortet er intuitiv: „Die Möbel stehen am Ende der Kette. Erst einmal geht es um Sie. Wenn ich weiß, welche Strukturen, welche Abläufe und welche Prozesse sie haben, kann ich Ihnen die passende Inneneinrichtung vorschlagen. Dann entscheiden Sie.“ Diese Antwort verblüfft den Kunden und Menzinger bekommt den Auftrag.

Das war vor genau 15 Jahren der Schlüsselmoment, um mit einem Kollegen zusammen die Office Group zu gründen. Offen gesteht er: „Wir hatten damals keinen Businessplan und keine niedergeschriebene Vision. Aber wir hatten den Mut, es zu tun.“

Pleite und ohne Plan

Trotz fehlender Positionierung läuft das Geschäft vor sich hin, bis die Office Group vor acht Jahren plötzlich vor dem Aus steht. Mehrere Kunden zahlen nicht und die Pleite droht. Es ist ein glücklicher Umstand, dass wider Erwarten doch noch ein Kunde seine Rechnung begleicht, sonst wäre die Geschichte hier zu Ende. „Wir konnten Durststrecke überleben und gesunden. Schwein gehabt.“ sagt Menzinger.

Vom Bauchladen zu „Ready2Rent“ und „Ready2Work“

Nach der Fast-Pleite bleiben offene Fragen zurück: Wer genau ist die Office Group? Möbellieferant? Planer? Berater? Es wird deutlich, wie sehr dem Unternehmen eine klare Positionierung fehlt. „Wir hingen immer nur am Rockzipfel der Makler“ sagt Menzinger rückwirkend. „Das war ein funktionierendes Geschäft. Allerdings machte es das eigene Profil nicht stärker.“

Er beschließt, sich auf seine beiden Zielgruppen, den Vermieter und den Mieter zu konzentrieren. Aus den diversen und vielseitigen Kundenwünschen entstehen zwei Rundum-Sorglos-Pakete: “Ready2Rent” und “Ready2Work“. Menzinger ist zufrieden: „Jetzt ist unsere Dienstleistung nicht nur klar, sondern auch einzigartig. Jetzt können wir sowohl den Eigentümer als auch den Mieter von Anfang bis Ende durch den gesamten Prozess begleiten, ihm Ärger, Zeitverlust, falsche Entscheidungen und unnütze Ausgaben ersparen.“

Die Vision

Menzinger hat große Ziele und weiß heute, dass er diese nicht alle im Alleingang erreichen muss. „Früher habe ich rund um die Uhr geschuftet. Leider musste ich auf die harte Tour lernen, dass das Schwachsinn ist. Je mehr ich abgebe, desto besser läuft mein Geschäft. Das habe ich jahrelang nicht begriffen. Mittlerweile habe ich ein tolles Team, dem ich vertrauen kann. Das gibt mir den Freiraum, mehr am und weniger im Geschäft zu arbeiten.“

Sich auf seinem Erfolg auszuruhen, käme für ihn allerdings nicht in Frage. „Meine Vision ist, die Immobilienbranche mit maßgeschneiderten Komplettlösungen aus einer Hand zu revolutionieren. Zum Vorteil des Kunden“ sagt er. Dabei reizt es ihn, mit durchdachten Lösungen Mieter und Eigentümer sprachlos zu machen. „Wir wandeln, ändern, erneuern und verbessern. Wir sehen die Chancen und lassen neue Wohlfühlräume entstehen, die maßgeschneidert für den Büroalltag unserer Kunden sind. Das ist ein tolles Gefühl. Fast so wie bei der Arbeit mit Holz.“ Wieder leuchten seine Augen. Der gelernte Schreiner lacht und ist wieder ganz in seinem Element. Ready to rent, Ready to work, ready to kick off.

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